Effektive Altersvorsorge mit Nettopolicen und Honorartarifen

Sie möchten sich über Möglichkeiten der Altersvorsorge informieren oder haben gerade einen Vertrag abgeschlossen?

Provisionsfreie Nettopolicen können unter den richtigen Voraussetzungen zu enormen Kostenersparnissen führen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Nettopolicen und Honorartarife sind, wie der Kostenvorteil funktioniert und ob sich eine Nettopolice in der Altersvorsorge für Sie lohnen kann.

Nettopolicen und Honorartarife: Kostenoptimierte Altersvorsorge

In vielen klassischen Verträgen erfolgt die Vergütung des Vermittlers über sogenannte Abschluss- und Bestandsprovisionen (Bei Maklern nennt man es Courtage). Die konkrete Höhe hängt von der Gesellschaft, dem Produkt, der Beitragshöhe und der Laufzeit ab. Die Kosten, die ein Versicherer für die Beraterprovision hat, werden nach und nach von Ihren Einzahlungen bzw. Ihrem Vertragsguthaben abgezogen. Besonders bei fondsgebundenen Rentenversicherungen kann sich das aufgrund des Zinseszinseffektes, der dadurch eingeschränkt wird, stark auswirken.

Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass ihr Vermögen über einen langen Zeitraum nicht mehr gleichmäßig, sondern mit der Zeit immer schneller wächst. Je geringer die Kosten einer fondsgebundenen Rentenversicherung sind, desto besser kann dieser Effekt ausgenutzt werden. Der Zinseszinseffekt wirkt besonders stark über lange Zeiträume. Deswegen ist er bei der Altersvorsorge ein wichtiger Aspekt, den man unbedingt berücksichtigen sollte.

Eine alternative Vergütungsweise besteht darin, Vergütung und Produkt voneinander zu trennen. Bei sog. Nettopolicen (auch Honorartarife genannt) wird für die Beratung und Vermittlung ein separates Honorar vereinbart. Dadurch fallen im Produkt die Provisionskosten weg (es wird weniger von Ihrem Vertragsguthaben abgezogen). Diese Kostenstruktur kann, besonders in der Altersvorsorge, von großem Nutzen sein.

Grafik Brutto vs. Nettopolice
Grafik Bruttopolice
Grafik Nettopolice

Kosten- und Renditevergleich: Brutto- vs. Nettopolice in der Altersvorsorge

Der entscheidende Vorteil von Nettopolicen besteht in den geringeren integrierten Kosten. Es wird nur ein geringerer Anteil von Ihren Einzahlungen und Ihrem Vertragsguthaben abgezogen. So kann mehr Geld für Sie „arbeiten“.Je länger der Anlagezeitraum ist, desto größer ist der Gewinn durch diese Kostenersparnis. Das zu zahlende Honorar kann dann eine sehr lohnenswerte Investition sein. Bei kurzen Anlagezeiträumen kann der Kostenvorteil jedoch auch so gering ausfallen, dass es sich nicht lohnen würde, dass Honorar zu zahlen.

Sie haben kürzlich einen Vertag abgeschlossen oder möchten Ihre Situation einschätzen lassen?

In den meisten Fällen wird die Provision über die ersten 5-10 Jahre vom Vertragsguthaben abgezogen. Es lohnt sich also, eher früh als spät von Brutto- auf Netto umzusteigen, damit möglichst wenig Guthaben durch Provisionskosten verloren geht.

Szenario 1 - Nettopolice bei langer Laufzeit

Monatsbeitrag: 250 € | Jährliche Beitragssteigerung: 3 % | Jährliche Rendite: 7 % | Jährliche Effektivkosten: Bruttopolice 1,2 % / Nettopolice 0,5 % | Laufzeit: 40 Jahre

Vergleich Rentenversicherungen Lange Laufzeit

Anhand des Beispiels wird deutlich, welchen enormen Einfluss die Kostenstruktur bei langfristigen Verträgen haben kann. Im vorliegenden Szenario würden Sie mit einer Nettopolice rund 119.000 EUR mehr Rentenkapital zur Verfügung haben als mit einer Bruttopolice.

Szenario 2 - Nettopolice bei kurzer Laufzeit

Monatsbeitrag: 100 € | Jährliche Beitragssteigerung: 3 % | Jährliche Rendite: 5 % | Jährliche Effektivkosten: Bruttopolice 1,2 % / Nettopolice 0,5 % | Laufzeit: 15 Jahre

Vergleich Rentenversicherungen Kurze Laufzeit

Wir sehen, dass unter anderen Umständen ganz andere Werte herauskommen. In diesem Szenario würden Sie mit einer Nettopolice lediglich rund 2.000 EUR mehr Rentenkapital zur Verfügung haben als mit einer Bruttopolice.

Um nun zu beurteilen, welche der beiden Optionen (Brutto-/ Netto) in den vorgegebenen Szenarien sinnvoller ist, müssen wir uns anschauen, welche Kosten ansonsten noch anfallen.

Modellhinweis: Die ausgewiesenen Effektivkostenquoten entsprechen eigenen Erfahrungswerten und marktüblichen Bedingungen. Typische Effektivkostenquoten von ETF-gebundenen Nettopolicen liegen zwischen 0,4 und 0, 8 %. Effektivkostenquoten von ETF-gebundenen Provisionstarifen liegen typischerweise bei 1 % bis 2 %. Die Effektivkostenquoten unterscheiden sich je nach Gesellschaft, Vertragsgestaltung und gewählter Anlage. Für die Berechnungen wurde der online verfügbare Sparplanrechner der VorFina GmbH verwendet. Link: https://www.vorfina.de/schnellrechner/sparplan/

Welche Kosten entstehen? Wie hoch sind Provisionen und Honorare?

Auf den ersten Blick ergibt sich also ein klarer Vorteil für die Nettopolice, was die Ablaufleistung (Das Endvermögen zum Renteneintritt) angeht. Allerdings fallen bei der Nettopolice separate Honorarkosten an. Diese müssen berücksichtigt werden.

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Jahr 2023 mitteilte, liegen durchschnittliche Provisionen für Berater bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen in der Regel im Bereich zwischen 4 und 5 % der eingezahlten Beiträge über einen bestimmten Zeitraum.

Der Versicherungsbote zitiert diesbezüglich die BaFin:

„Im Schnitt 4,72 Prozent der Beitragssumme Provision

Die Zahlungen an Vermittler insgesamt, das heißt Abschlussprovisionen zuzüglich der weiteren Zahlungen, wuchsen im Verhältnis zu den vermittelten Beitragssummen im Vorjahr ebenfalls leicht an. Waren 2017 noch 4,49 Prozent der Beiträge für die Vermittler reserviert, so kletterte dieser Wert 2018 auf 4,72 Prozent, so rechnet die BaFin vor.“[1]

Szenario 1:

Der Monatsbeitrag beträgt 250 EUR, der Beitrag steigt jährlich um 3 % und die Laufzeit beträgt 40 Jahre.

Es ergeben sich 226.204 EUR eingezahlte Beiträge (Bewertungssumme).

Davon 4,72 % ergeben

≈ 10.700 € Provision

Szenario 2:

Der Monatsbeitrag beträgt 100 EUR, der Beitrag steigt jährlich um 3 % und die Laufzeit beträgt 15 Jahre.

Es ergeben sich 22.334 € eingezahlte Beiträge (Bewertungssumme)

Davon 4,72 % ergeben

≈ 1.050 € Provision

Honorare orientieren sich an dieser Größenordnung.

Kostenstrukturen – Vergleich der Optionen

Gehen wir davon aus, das Honorar wäre genauso hoch, wie die Provision, läge aber bei mindestens 2.000 €.

Szenario 1 - lange Laufzeit

In Szenario 1 liegt der finanzielle Vorteil bei 119.000 €. Dafür fallen Kosten in Höhe von 10.700 € an. 

Betrachten wir das Honorar als Investition von 10.700 € und den Kostenvorteil von 119.000 € als Ihren Erlös, dann ergibt sich allein durch die andere Kostenstruktur der Nettopolice über 40 Jahre eine jährliche Rendite von über 6 % auf Ihre Investition. Das entspricht in etwa der Rendite eines breit gestreuten Aktienportfolios. 

Szenario 2 - kurze Laufzeit

In Szenario 2 liegt der finanzielle Vorteil bei 2.000 €. Dafür fallen Kosten in Höhe von ebenfalls 2.000 € an. Die theoretische Rendite auf Ihre Investition läge bei 0 %. Es ergäbe sich also kein Vorteil.

Modellhinweis: Zur Vereinfachung wurden hier Opportunitätskosten und Wirkung der Inflation nicht berücksichtigt. Dadurch wirkt der Vorteil der Nettopolice nominal größer, als er real ist.

Fazit

Wir sehen, dass der Vorteil einer Nettopolice von mehreren Faktoren abhängt. Unter Anderem spielen die Beitragshöhe, die Laufzeit, die Höhe des Honorars, die gewählte Anlage und auch die Höhe der jährlichen Inflationsanpassung (Beitragsdynamik) eine wichtige Rolle. Erst wenn dieser Kostenvorteil groß genug ist, kann es sich lohnen, ein Honorar zu investieren. Wird eine Nettopolice dagegen vorzeitig gekündigt, kann sich der Vorteil auch relativieren und man steht unter Umständen schlechter dar als mit einer Provisionspolice.

Lohnt sich eine Nettopolice für mich?

Bei der Frage, ob sich eine Nettopolice für Sie lohnt, kommt es also einerseits auf den möglichen Kostenvorteil an. Andererseits jedoch auch darauf, ob die Voraussetzungen für den Kostenvorteil überhaupt erfüllt werden können. Denn wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird, kann statt eines Gewinns sogar ein Verlust eintreten. Es lohnt sich daher, Ihre Situation genau in den Blick zu nehmen:

Werden Sie den Vertrag langfristig halten?
Besteht ein Risiko, dass Sie vorzeitig Kapitl entnehmen müssen?
Haben Sie genug Zeit, damit der Kostenvorteil einer Nettopolice auch wirken kann?

Überblick gewinnen: Potenziellen Gewinn berechnen

Mit dem folgenden Rechner können Sie für eine erste grobe Orientierung modellieren*, welche Kostenersparnis mit einer Nettopolice in Ihrer Situation möglich sein könnte.

(Der Rechner legt feste Effektivkostenquoten zugrunde. Die realen Kosten können abweichen, was das Ergebnis stark beeinflusst.)

Vergleichsrechner – Netto- vs. Bruttopolice

Vergleichsrechner

Berechnen Sie, wie sich integrierte Versicherungskosten auf Ihr Erspartes auswirken.

J.


*Berechnet wird das angesparte Kapital bis zum Alter 67 (Renteneintrittsalter) bzw. nach der manuell angegebenen Laufzeit. Der Rechner ist stark vereinfacht und ersetzt keine individuelle Beratung. Es werden folgende Modellannahmen getroffen: Effektivkosten Bruttopolice 1,2 % p.a., Effektivkosten Nettopolice 0,5 % p.a. Bitte beachten Sie: Im Fall der Nettopolice fällt ein separates Honorar an. Diese Kosten sind im Rechner nicht ausgewiesen. Anlagen gehen mit Risiko einher. Gewinne sind nicht garantiert.

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Nettopolicen und Honorartarife: Vor- und Nachteile auf einen Blick

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Nachteile

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