Altersvorsorge

Warum Altersvorsorge so wichtig ist

Und es sich lohnt, früh damit anzufangen.

Viele Menschen wissen, dass sie privat vorsorgen sollten – aber kaum jemand weiß, wie groß die eigene Versorgungslücke tatsächlich ist.
Die gesetzliche Rente deckt in der Regel nur etwa 40 bis 50 % des letzten Nettoeinkommens ab. Beamte erhalten nach 40 Dienstjahren etwa 72 % der letzten Bezüge (jedoch ohne Zulagen). Dabei gilt: Die Preise steigen stetig. Was heute 500 € kostet, wird in 35 Jahren bei 2,8 % Inflation ca. 1.300 € kosten. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass Löhne und Gehälter meist nicht im gleichen Maße steigen.

Altersvorsorge heißt also: Lebensstandard sichern und Eigenverantwortung übernehmen – je früher, desto besser. Denn Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau.

Wie die Altersvorsorge in Deutschland aufgebaut ist

Das Drei-Schichten-Modell

Das deutsche System basiert auf drei Säulen, die gemeinsam für finanzielle Sicherheit im Alter sorgen sollen. Dabei haben sich inzwischen so viele Formen entwickelt, dass es schwierig sein kann, den Überblick zu behalten.

Die gesetzliche Rente in der ersten Schicht ist für die meisten Arbeitnehmer verpflichtend und stellt die Basis der Vorsorge dar. Die zweite Schicht bilden freiwillige Zusatzversorgungen, die vom Staat besonders gefördert werden, wie etwa die betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Verträge. In der dritten Schicht finden sich private Vorsorgelösungen, wie private Renten- oder Lebensversicherung. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Methoden, die genutzt werden, um für das Alter vorzusorgen – zum Beispiel das Sparen auf ein Eigenheim. 

Erste Schicht
Zweite Schicht
Dritte Schicht

 

Diese Formen bilden die Grundabsicherung:

Gesetzliche Rentenversicherung

Berufsständische Versorgungswerke (für z. B. Ärzte, Anwälte, Architekten)

Beamtenversorgung (Pensionen)                         

Rürup-Rente (auch „Basisrente")

 

Hier gibt es direkte staatliche Förderung oder Steuervergünstigungen:

Riester-Rente (Zulagen + Steuervorteile)

Klassische Riester-Rentenversicherung

Fondsgebundene Riester-Rente

Riester-Banksparplan

Wohn-Riester (Eigenheimrente)

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Direktversicherung

Pensionskasse

Pensionsfonds

Unterstützungskasse

Direktzusage (Pensionszusage)

VBL (Öffentlicher Dienst & Beamtenzusatzversorgung)

 Hierbei gibt es keine direkte staatliche Förderung in der Ansparphase, aber oft steuerliche Vorteile in der Renten-/ Auszahlungsphase:

Private Rentenversicherung (klassisch oder fondsgebunden)

Private Lebensversicherung (mit Rentenoption)

Unter die Schicht drei fällt auch der private Vermögensaufbau zum Beispiel mit:

Fonds- und ETF-Sparpläne (Wertpapierdepots)

Einmalanlagen in Investmentfonds oder ETFs

Bankprodukte

Banksparpläne und Renten-Depots

Festgeld, Tagesgeld (zur Vorsorge weniger rentabel, aber genutzt)

Immobilieninvestitionen

Edelmetallanlagen

Altersvorsorge verstehen

Der Unterschied zum Vermögensaufbau

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, den zentralen Unterschied zwischen Vermögensaufbau und Altersvorsorge zu verstehen. Denn während es beim Vermögensaufbau darum geht, mit möglichst wenig Einsatz ein möglichst hohes Vermögen aufzubauen, geht es bei der Altersvorsorge darum, für die Dauer seines Lebens seinen Lebensstandard zu sichern. 

Ein Beispiel: Wer etwa mit einem ETF-Sparplan Kapital aufbaut, um dieses später nach und nach zu entnehmen, der kann oft mit weniger monatlichen Beiträgen die gleiche Rente erreichen. Er muss jedoch das Risiko tragen, dass irgendwann das Geld ausgeht. Denn wie sich der medizinische Fortschritt auf die Lebenserwartung auswirkt (Langlebigkeitsrisiko), ob man pflegebedürftig wird oder ob Steuern auf Kapitalerträge erhöht werden sind Risikofaktoren, die sich über 20, 30 oder 40 Jahre im Voraus kaum kalkulieren lassen. Bei einer Leibrente aus einer Rentenversicherung lassen sich Themen wie Pflegebedürftigkeit oder Hinterbliebenenversorgung mit absichern und zahlt die Versicherung solange man lebt, unabhängig davon ob man 75, 85 oder 105 Jahre alt wird. Verträge profitieren außerdem von einem steuerlichen Bestandsschutz. 

Weder das Festlegen auf eine Leibrente, noch der Kapitalaufbau allein sind für sich genommen stets die perfekte Lösung. Oft ist das kluge kombinieren beider Strategien der Schlüssel zum Erfolg. Deswegen sind meist Lösungen sinnvoll, die möglichst viel Flexibilität erhalten. Das kann zum Beispiel die Kombination aus einer steuerlich geförderten Basisrente und einem ETF-Sparplan sein oder auch eine private ETF-gebundene Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht.

In der Altersvorsorge geht es um die Absicherung verschiedener Szenarien

Zentral ist also nicht, möglichst viel Geld zum Renteneintritt zu haben, sondern im Alter eine dauerhaft gesicherte Lebensgrundlage zu haben. Der Lebensstandard sollte gehalten werden können – egal ob man 75 Jahre alt wird oder 105.

In der Altersvorsorge geht es um die Absicherung verschiedener Szenarien

Zentral ist also nicht, möglichst viel Geld zum Renteneintritt zu haben, sondern im Alter eine dauerhaft gesicherte Lebensgrundlage zu haben. Der Lebensstandard sollte gehalten werden können – egal ob man 75 Jahre alt wird oder 105.

Worauf es ankommt – Die wichtigsten Aspekte der Altersvorsorge

Kosten

Die Kosten einer Altersvorsorge zu vergleichen, ist schwieriger, als wenn es ums Tanken geht, aber nicht weniger relevant. Im Gegenteil wirken sich die Kostenunterschiede im Rahmen der Altersvorsorge über die vielen Jahre noch viel stärker aus. Je nach Vertrag, Laufzeit, Anlage und Beitragshöhe können sich allein aufgrund der Kosten die Endvermögen zum Rentenbeginn um mehrere Zehntausend Euro unterscheiden.

Einen großen Vorteil bieten in vielen Fällen sog. Honorartarife (auch Nettopolice genannt). 

Förderung & Steuern

Staatliche Förderungen sind stets individuell zu betrachten und haben Vor- wie auch Nachteile. Eine Basisrente ermöglicht bspw. hohe Steuererstattungen auf die geleisteten Beiträge. Derzeit können bis zu 29.344 Euro jährlich abgesetzt werden. Zugleich schränkt sie aber die Flexibilität enorm ein. Es gibt kein Kapitalwahlrecht und die Steuern fallen dafür in der Rentenphase an („nachgelagerte Besteuerung“). 

Auch eine Riester-Förderung muss klug abgewogen werden. Denn während man einerseits von Zulagen und Steuervorteilen profitieren kann, müssen andererseits verpflichtende Garantien in den Vertrag aufgenommen werden, welche die Kosten stark erhöhen können. Ob sich das lohnt, ist am Einzelfall zu bewerten.

Vor einer Entscheidung sind deshalb verschiedene Szenarien präzise zu betrachten und es ist sinnvoll, bei verlockenden Angeboten genau hinzuschauen.

Wahl der Anlagestrategie

Maßgeblichen Einfluss auf die Rentenhöhe hat die Entscheidung, welche Anlagestrategie man wählt. Dabei setzen manche Sparer auf vermeintliche Sicherheit und verspielen damit Chancen, während andere in Anlagen investieren, deren Risiken sie nicht überblicken können. Umfangreich über Risiken und Strategien aufzuklären, dem Kunden eine klare Sicht auf die Möglichkeiten zu liefern und eine ausgewogene Balance zu finden, die zum Kunden passt, ist Aufgabe des Beraters.

Leider ist die Beratung zu Versicherungen von der EU völlig anders reguliert worden als die Beratung zu Finanzanlagen. Während ein Anlageberater, der ETF-Depots vermittelt, in einer speziellen Prüfung sein Wissen über Finanzanlagen, deren Struktur und die jeweiligen spezifischen Risiken nachweisen muss, kann ein Versicherungsvermittler zu ETF-Versicherungen ohne diese gesonderte Prüfung beraten, da die Erlaubnis hierzu bereits in der Versicherungsvermittlerlizenz enthalten ist. Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum das so geregelt wurde, da es für den Kunden im Ergebnis egal ist, ob er ein Risiko im Versicherungsmantel oder im Bankdepot trägt.

Aus Kundensicht ist entsprechend darauf zu achten, dass der Berater in Fragen der Anlagestrategie über eine möglichst umfangreiche Kompetenz im Bereich Finanzanlagen verfügen sollte. Loyal Finance besitzt deshalb sowohl die Erlaubnis als Versicherungsmakler nach § 34d GewO als auch die Erlaubnis als zugelassener Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO.

Flexibilität & Anpassung

Das Leben ist, besonders für junge Menschen, dynamischer geworden. Es werden öfter Jobs gewechselt, man zieht in eine andere Stadt, lebt eine Zeit lang im Ausland oder reduziert die Arbeitsstunden für eine bessere Work-Life-Balance. Eine Altersvorsorge muss so gestaltet sein, dass sie trotz dieser möglichen Veränderungen bestand hat.

Eine Altersvorsorge sollte es also ermöglichen, dynamisch die Beiträge anzupassen oder vorübergehend ganz auszusetzen, wenn das Geld an anderer Stelle gebraucht wird. Im Fall einer Familiengründung sollte es sollte möglich sein, nachträglich einen Hinterbliebenenschutz einzubauen. Wer eine Erbschaft macht sollte die Möglichkeit haben, Zuzahlungen zu seiner Altersvorsorge zu leisten und wenn kurzfristig Geld benötigt wird, Kapital zu entnehmen. Auch die Flexibilität in der Rentenphase spielt eine Rolle: Kann ich den Rentenbeginn vorverlegen oder nach hinten verschieben? Kann ich einen Teil verrenten und einen Teil investiert lassen? Gibt es die Möglichkeit, dass ich mehr Rente erhalte, wenn ich gepflegt werden muss?

Je nach Lebensplanung stehen hierbei verschiedene Aspekte im Vordergrund, die es zu beachten gilt.

Sicherheit

Neben der Anlagestrategie spielen auch die Wahl des Produktanbieters und die konkrete Vertragsgestaltung eine Rolle. Da der Vertrag ein ganzes Leben bestehen soll, ist es wichtig darauf zu achten, dass der Produktgeber eine hinreichende finanzielle Stabilität hat. Einen Hinweis können Ratings von Ratingagenturen geben, aber auch das Alter des Versicherers oder die Sparten, in denen er aktiv ist, können Rückschlüsse darauf zulassen, wie Wahrscheinlich ein Ausfall des Versicherers ist. Zwar bestehen in der Regel Rückversicherungen und weitere Sicherungsmechanismen, doch in der eigenen Altersvorsorge sollte, wenn möglich, jedes unnötige Risiko möglichst begrenzt werden. 

Oft lohnt sich deshalb auch ein Blick in das Vertragswerk: Kann der Versicherer nachträglich Änderungen vornehmen – wenn ja in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen?

Persönlichkeit und Emotionen

Schließlich ist aber vor Allem entscheidend, dass die Gestaltung der Altersvorsorge zum Kunden passt und seiner Persönlichkeit entspricht. Es nützt nämlich nichts, wenn man zum Beispiel eine chancenorientierte Strategie wählt, um möglichst hohe Erträge zu erzielen, den Vertrag dann jedoch wegen hoher Wertschwankungen und Unsicherheit vorzeitig kündigt. Die Altersvorsorge, so kann man sagen, ist „kein Sprint, sondern ein Marathon“. Unabhängig davon, wie groß eine Versorgungslücke sein mag, ist das Ziel deshalb vor Allem, die Altersvorsorge kontinuierlich fortzuführen. Das gelingt am besten, wenn man sich mit seiner Strategie wohlfühlt.

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